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Recht und Pflichten

Inventur­verfahren: Stichtag, permanent oder Stichprobe

Die Inventur muss nicht am 31. Dezember stattfinden und nicht alles gleichzeitig erfassen. Das Handelsgesetzbuch lässt mehr Wege zu, als die meisten nutzen.

Veröffentlicht am 10. August 2026, Lesezeit etwa 2 Minuten

Scharfe Uferkante von oben, eine Leuchtlinie im Markenverlauf läuft genau auf der Grenze

Die körperliche Bestandsaufnahme ist Pflicht, das Verfahren ist es nicht. Wer die Wahlmöglichkeiten kennt, kann die Inventur so legen, dass sie den Betrieb nicht anhält.

Stichtagsinventur

Die klassische Variante: Zum Abschlussstichtag wird der gesamte Bestand aufgenommen. Zulässig ist eine Aufnahme innerhalb eines Zeitraums um den Stichtag, wenn die Bewegungen dazwischen nachvollziehbar fortgeschrieben werden.

Nachteil ist der Aufwand an einem Tag, oft verbunden mit einem Betriebsstopp. Vorteil ist die Einfachheit: keine besonderen Voraussetzungen an das System.

Permanente Inventur

Hier wird über das Jahr verteilt gezählt, jeder Artikel mindestens einmal. Voraussetzung ist eine Lagerbuchführung, in der alle Zugänge und Abgänge nach Art, Menge und Wert fortgeschrieben und belegt sind.

Genau diese Voraussetzung ist der Punkt, an dem es in der Praxis scheitert oder gelingt. Wer Bewegungen erst Stunden später am Schreibtisch bucht, kann sie nicht lückenlos belegen. Wer mobil am Lagerplatz bucht, kann es. Deshalb ist mobile Erfassung nicht nur eine Bequemlichkeit, sondern die technische Voraussetzung für dieses Verfahren.

Stichproben­inventur

Zulässig ist auch eine Aufnahme auf Grundlage anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren, sofern das Ergebnis dem einer vollständigen Aufnahme gleichwertig ist. Das lohnt bei großen, homogenen Beständen und setzt ein sauber geführtes System voraus.

Ob und wie das in Ihrem Fall anwendbar ist, gehört mit der Steuerberatung und gegebenenfalls dem Prüfer abgestimmt.

Verlegte Inventur

Die Aufnahme kann auch auf einen anderen Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten beiden Monate nach dem Abschlussstichtag gelegt werden. Der Bestand wird dann wertmäßig auf den Stichtag fortgeschrieben.

Praktisch ist das die einfachste Entlastung: Die Zählung wandert in die ruhigste Zeit, statt in die umsatzstärkste.

Was ein ERP dabei leisten muss

  • Jede Bewegung mit Beleg, Zeit und Menge nachvollziehbar erfassen
  • Zählvorgänge als eigene Belege führen, mit Differenzausweis
  • Sperren gezählter Bereiche, damit während der Aufnahme keine Bewegung durchläuft
  • Bewertung nach dem gewählten Verfahren, etwa gleitender Durchschnittspreis oder Fifo

Ohne diese Grundlagen bleibt nur die Stichtagsinventur mit Betriebsstopp.

Die rechtlichen und steuerlichen Angaben auf dieser Seite sind eine Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Für Ihren konkreten Fall stimmen Sie sich bitte mit Ihrer Steuerberatung ab.

Haufe X360 in der Praxis

Inventurarten in Haufe X360

Im Video erklären wir, welche Inventurarten es in Haufe X360 gibt, etwa permanente Inventur und Stichtagsinventur, und wann welche sinnvoll ist.

Video vom YouTube-Kanal easyKaufmann

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Häufige Fragen

Fragen zum Thema

Muss die Inventur am 31. Dezember stattfinden?

Nein. Bei abweichendem Geschäftsjahr gilt der jeweilige Abschlussstichtag, und die Aufnahme lässt sich zeitlich verlegen. Entscheidend ist die nachvollziehbare Fortschreibung auf den Stichtag.

Was braucht die permanente Inventur?

Eine Lagerbuchführung, in der alle Zu- und Abgänge nach Art, Menge und Wert belegt sind. Praktisch heißt das mobile Erfassung am Lagerplatz, weil nur so keine Lücken entstehen. Details bei der nxt MDE App.

Wie werden Differenzen behandelt?

Sie werden als eigener Vorgang gebucht und begründet. Wichtig ist die Nachvollziehbarkeit: Wer hat gezählt, wann, und wie wurde die Differenz ausgeglichen.

Können mehrere Lager getrennt gezählt werden?

Ja, und bei permanenter Inventur ist das der Normalfall. Jedes Lager und jeder Lagerplatz wird eigenständig aufgenommen.

Fragen zu diesem Thema?

Wir ordnen die Anforderungen für Ihr Unternehmen ein und zeigen, wie sich das in Haufe X360 abbilden lässt.